Dienstag, 20. November 2012

Talk 24, 4.2.1935

Frau Piggott: »Warum trinkst du Milch, isst aber keine Eier?«
M.: »Die Kühe geben mehr Milch, als sie für ihre Kälber brauchen und sind froh, wenn man sie milkt.«
F.: »Aber die Henne kann nicht alle ihre Eier ausbrüten.«
M.: »Aber sie enthalten potenzielles Leben.«
F.: »Manchmal hören die Gedanken plötzlich auf und ein ›Ich-Ich‹ erhebt sich ebenso plötzlich und bleibt bestehen. Es ist nur im Empfindung, nicht im Denken. Kann das richtig sein?«
B.: »Ja, das ist ganz richtig. Die Gedanken müssen aufhören und der Verstand muss verschwinden, damit das ›Ich-Ich‹ sich erheben und empfunden werden kann. Das Empfinden ist der Hauptfaktor, nicht das Verstehen.«
F.: »Zudem geschieht es nicht im Kopf, sondern auf der rechten Seite der Brust.«
B.: »So sollte es sein, denn dort liegt das Herz.«
F.: »Wenn ich mich dann nach außen wende, verschwindet es. Was soll ich tun?«
B.: »Halte daran fest.«
F.: »Wenn man sich mit diesem Erinnern beschäftigt, handelt man währenddessen immer richtig?«
M.: »So sollte es sein. Doch solch ein Mensch kümmert sich nicht darum, ob sein Handeln richtig oder falsch ist. Sein Tun ist Gottes Tun und muss deshalb richtig sein.«
F.: »Warum muss er sich dann noch bei der Ernährung einschränken?«
M.: »Deine gegenwärtige Erfahrung wird von der Atmosphäre hier beeinflusst. Kannst du dieselbe Erfahrung auch ohne diese Atmosphäre machen? Die Erfahrung ist sprunghaft. Bis sie beständig wird, muss man üben. Einschränkungen bei der Ernährung tragen dazu bei, dass sich solch eine Erfahrung wiederholt. Ist man einmal in der Wahrheit gefestigt, dann fallen die Einschränkungen von selbst weg. Außerdem beeinflusst die Nahrung den Geist, und er muss rein bleiben.«
Frau Piggott erzählte später einem Schüler: »Ich spüre seine Ausstrahlung viel intensiver und kann das Ich-Zentrum leichter erreichen als zuvor.«

Samstag, 10. November 2012

Talk 23, 2. 2.1935

Herr Evans-Wentz fragte am folgenden Tag: »Kann man mehr als einen spirituellen Meister haben?«
M.: »Wer ist ein Meister? Letzten Endes ist er das Selbst. Entsprechend der Entwicklung des Geistes manifestiert sich das Selbst als der äußere Meister. Der berühmte Heilige Avadhuta [Dattatreya] des alten Indiens sagte, er habe mehr als 24 Meister gehabt. Der Meister ist einer, von dem man etwas lernt. Der Guru kann auch etwas Unbelebtes sein, wie im Fall von Avadhuta. Gott, Guru und das Selbst sind dasselbe.
Ein spirituell gesinnter Mensch glaubt, dass Gott alles durchdringt und hält ihn für seinen Guru. Später bringt ihn Gott mit einem persönlichen Guru in Kontakt, und er bedeutet dem Menschen ein und alles. Zuletzt empfindet derselbe Mensch durch die Gnade des Meisters, dass sein Selbst nichts anderes als die Wirklichkeit ist. So erfährt er, dass das Selbst der Meister ist.«
F.: »Weiht Sri Bhagavan Schüler ein?«
Der Maharshi schwieg. Da nahm es einer der Schüler auf sich zu antworten: »Der Maharshi sieht niemand außerhalb seiner selbst. Deshalb gibt es für ihn keine Schüler. Seine Gnade durchdringt alles, und er übermittelt sie jedem, der sie verdient, im Schweigen.«
F.: »Wie trägt die Kenntnis der heiligen Schriften zur Selbstverwirklichung bei?«
Antwort: »Nur insofern, dass sie die Neigung des Geistes zum Spirituellen fördert.«
F.: »Und inwieweit fördert der Verstand die Selbstverwirklichung?«
Antwort: »Nur insoweit, als er bewirkt, dass man den Verstand ins Ego versenkt und das Ego ins Selbst.«

Talk 22

Frau Piggot kam aus Madras zu einem weiteren Besuch und stellte Fragen über Ernährung.
F.: »Welche Ernährung eignet sich für jemanden, der sich spirituellen Übungen widmet (sadhaka)?«
M.: »Sattwische Nahrung in mäßigen Mengen.«
F.: »Welche Nahrung ist sattwisch
M.: »Brot, Obst, Gemüse, Milch und solche Dinge.«
F.: »Die Menschen in Nordindien essen Fisch. Ist das erlaubt?«
Der Maharshi antwortete nicht.
F.: »Wir Europäer sind an eine bestimmte Ernährung gewohnt. Eine Veränderung in der Nahrung greift die Gesundheit an und schwächt den Geist. Muss man nicht die physische Gesundheit aufrecht erhalten?«
M.: »Unbedingt. Je schwächer der Körper ist, desto stärker wird der Geist.«
F.: »Ohne unsere gewohnte Nahrung leidet unsere Gesundheit und der Geist verliert an Stärke.«
M.: »Was meinst du mit ›Stärke des Geistes‹?«
F.: »Die Kraft, weltliche Bindungen zu beseitigen.«
M.: »Die Qualität der Nahrung beeinflusst den Geist. Der Geist ernährt sich von der aufgenommenen Nahrung.«
F.: »Tatsächlich! Aber wie können sich die Europäer an rein sattwische Nahrung gewöhnen?«
Der Maharshi wandte sich an Herrn Evans-Wentz und fragte: »Du hast unser Essen gegessen. Bereitet es dir irgendwelche Schwierigkeiten?«
E.W.: »Nein. Ich bin daran gewöhnt.«
F.: »Was ist mit jenen, die nicht daran gewöhnt sind?«
M.: »Gewöhnung ist nur eine Anpassung an die Umgebung. Es ist der Geist, der zählt. Tatsache ist, dass der Geist darauf trainiert wurde, bestimmte Nahrungsmittel gut und schmackhaft zu finden. Der nötige Nährwert ist in vegetarischen wie auch in nicht-vegetarischen Nahrungsmitteln enthalten. Aber der Geist verlangt nach der Nahrung, an die er gewöhnt ist und die er für schmackhaft hält.«
F.: »Gelten diese Einschränkungen auch für den Verwirklichten?«
M.: »Nein. Er ist gefestigt und wird von der Nahrung, die er zu sich nimmt, nicht beeinflusst.«
F.: »Ist die Zubereitung von fleischlicher Nahrung nicht Mord?«
M.: »Gewaltlosigkeit (ahimsa) steht für den Yogi an oberster Stelle.«
F.: »Auch Pflanzen haben ein Leben.«
M.: »Auch die Bretter, auf denen du sitzt.«
F.: »Sollten wir uns allmählich an vegetarische Kost gewöhnen?«
M.: »Ja, das ist der richtige Weg.«

Freitag, 9. November 2012

Talk 21, 31.1.1935

Herr Ellappa Chettiar, Mitglied des gesetzgebenden Rats der Madraser Provinz, ein einflussreicher Hindu, fragte: »Warum heißt es, dass die Erkenntnis, die vom Hören kommt, nicht beständig ist, während die Erkenntnis, die aus der Kontemplation kommt, beständig sein soll?«
M.: »Einerseits heißt es, dass die Erkenntnis, die vom Hörensagen kommt (paroksha), nicht beständig ist, aber die Erkenntnis, die aus der eigenen Verwirklichung entsteht (aparoksha). Es heißt aber auch, dass das Hören dem intellektuellen Verständnis der Wahrheit dient, dass Meditation das Verständnis klärt und Kontemplation schließlich die Verwirklichung der Wahrheit hervorbringt. Zudem heißt es, dass solch ein Wissen nicht beständig ist, sondern erst dann, wenn es klar und vertraut ist wie die Stachelbeere, die man in der hohlen Hand hält.
Es gibt jene, die versichern, dass das Hören allein genügt, denn ein kompetenter Mensch, der bereits, vielleicht in einer früheren Geburt, die nötige Fähigkeit erworben hat, verwirklicht das Selbst und bleibt im Frieden, sobald er nur einmal die Wahrheit gehört hat, während ein anderer, der nicht so fähig ist, durch die oben beschriebenen Stadien gehen muss, bevor er in samadhi eingehen kann.«


Talk 20, 30.1.935

Herr Evans-Wentz: »Ist Einsamkeit für einen Jnani notwendig?«
M.: »Einsamkeit ist im Geist des Menschen. Ein Mensch kann im Dickicht der Welt leben und gelassen bleiben. So jemand ist einsam. Ein anderer mag im Wald leben, doch unfähig sein, seinen Geist zu kontrollieren. Von ihm kann man nicht sagen, dass er einsam sei. Einsamkeit ist eine Geisteshaltung. Ein Mensch, der an seinen Wünschen hängt, kann nicht einsam sein, wo immer er auch sein mag. Ein losgelöster Mensch ist immer einsam.«
F.: »Man kann also ohne Wünsche seine Arbeit tun und die Einsamkeit beibehalten. Ist es so?«
M.: »Ja. Arbeit, die man mit Anhaftung erfüllt, ist eine Fessel, während Arbeit ohne Anhaftung den Handelnden nicht berührt. Er ist selbst während der Arbeit einsam.«
F.: »Es soll in Tibet viele Heilige geben, die einsam leben und trotzdem für die Welt von großem Nutzen sind. Wie ist das möglich?«
M.: »Es ist möglich. Die Selbstverwirklichung ist die größte Hilfe, die der Menschheit zuteil werden kann. Deshalb heißt es, dass die Heiligen helfen, obwohl sie in den Wäldern bleiben. Man sollte aber dabei nicht vergessen, dass es Einsamkeit nicht nur in den Wäldern gibt. Man kann sie auch in den Städten, inmitten weltlicher Beschäftigung haben.«
F.: »Müssen sich die Heiligen nicht unter die Leute begeben, um ihnen zu helfen?«
M.: »Nur das Selbst ist die Wirklichkeit. Die Welt und alles Übrige sind es nicht. Der Verwirklichte sieht die Welt nicht als von sich selbst verschieden.«
F.: »Bedeutet das, dass die Verwirklichung eines Menschen die Menschheit erbaut, ohne dass sie sich dessen bewusst ist?«
M.: »Ja. Die Hilfe geschieht unmerklich, ist aber trotzdem da. Ein Verwirklichter hilft der ganzen Menschheit, ohne dass sie es weiß.«
F.: »Wäre es nicht besser, wenn er unter die anderen Menschen ginge?«
M.: »Es gibt keine anderen, unter die er gehen könnte. Das Selbst ist die eine und einzige Wirklichkeit.«
F.: »Wenn es hundert selbstverwirklichte Menschen gäbe, wäre das nicht zum besseren Wohl der Welt?«
M.: »Wenn du ›Selbst‹ sagst, dann beziehst du dich auf das Unbegrenzte. Aber wenn du ›Menschen‹ hinzufügst, dann begrenzt du die Bedeutung. Es gibt nur ein unendliches Selbst.«
F.: »Ja, ich verstehe. Sri Krishna sagt in der Gita, dass man die Arbeit ohne Anhaftung tun müsse und dass solche Arbeit besser als Nichtstun sei. Ist damit karma yoga gemeint?«
M.: »Was gesagt wurde, entspricht der Veranlagung des Zuhörers.«
F.: »In Europa verstehen die Leute nicht, dass ein Mensch, der in Einsamkeit lebt, hilfreich sein kann. Sie glauben, dass nur Menschen, die in der Welt wirken, nützlich sind. Wann wird dieser Irrtum enden? Wird der europäische Geist weiterhin im Morast waten oder die Wahrheit erkennen?«
M.: »Sorge dich nicht um Europa oder Amerika. Wo sind diese Länder außer in deinem Geist? Verwirkliche dein Selbst, dann ist alles verwirklicht. Wenn du von Menschen träumst und dann aufwachst und dich an deinen Traum erinnerst, versuchst du dann festzustellen, ob die Personen in deiner Traumschöpfung auch wach sind?«
F.: »Was denkt der Maharshi über die Theorie der Welt-Illusion (maya)?«
M.: »Was ist maya? Sie ist nur Wirklichkeit.«
F.: »Bedeutet maya nicht Illusion?«
M.: »Der Ausdruck ›maya‹ wird benutzt, um die Manifestationen der Wirklichkeit zu bezeichnen. Deshalb ist maya nur die Wirklichkeit.«
F.: »Manche Leute behaupten, Shankara sei nur ein Intellektueller, aber kein Verwirklichter gewesen. Stimmt das?«
M.: »Warum kümmerst du dich um Shankara? Verwirkliche dein eigenes Selbst. Andere können für sich selbst sorgen.«
F.: »Jesus Christus heilte Kranke. Geschah das nur durch okkulte Kraft (siddhi)?«
M.: »War sich Jesus bewusst, dass er Kranke heilte? Er konnte sich seiner Kräfte nicht bewusst gewesen sein. Dazu gibt es folgende Geschichte: Jesus hatte einst einen Blinden geheilt. Der Mann wurde im Lauf der Zeit immer böser. Als Jesus ihm nach einigen Jahren wieder begegnete und seine Bosheit sah, fragte er ihn nach dem Grund. Er antwortete, dass er, als er blind gewesen sei, keine Sünden hätte begehen können. Aber nachdem Jesus ihn von seiner Blindheit geheilt habe, sei er böse geworden. Also sei Jesus dafür verantwortlich.«
F.: »War Jesus nicht ein Vollkommener, der okkulte Kräfte (siddhis) besaß?«
M.: »Er konnte sich seiner Kräfte (siddhis) nicht bewusst gewesen sein.«
F.: »Ist es nicht gut, solche Kräfte wie Telepathie und dergleichen zu erlangen?«
M.: »Telepathie sowie das Radio ermöglichen einem, etwas von fern zu sehen und zu hören. Es ist immer dasselbe Sehen und Hören. Ob man etwas von Nahem oder Fernem hört, macht für das Hören keinen Unterschied. Der grundlegende Faktor ist der Hörende, das Subjekt. Ohne den Hörenden oder Sehenden kann es kein Hören oder Sehen geben. Letzteres sind Funktionen des Geistes. Deshalb gehören die okkulten Kräfte (siddhis) nur zum Geist, nicht zum Selbst. Was aber nicht natürlich ist, sondern erworben wurde, kann nicht von Dauer sein und ist nicht wert, dass man danach strebt.
Okkulte Kräfte sind über das Normale hinausgehende Kräfte. Der Mensch besitzt begrenzte Kräfte und fühlt sich elend. Er möchte seine Kräfte ausweiten, um glücklich zu sein. Aber wird er das dadurch? Wenn man sich schon mit begrenztem Wahrnehmungsvermögen elend fühlt, dann muss das Elend mit zunehmendem Wahrnehmungsvermögen wachsen. Okkulte Kräfte machen niemand glücklich, sondern nur elender!
Im Übrigen: Wozu? Der Möchtegern-Okkultist (siddha) will seine siddhis zur Schau stellen, damit die anderen ihn anerkennen. Er sucht Anerkennung, und wenn sie sich nicht einstellt, ist er unglücklich. Er braucht andere, die ihn anerkennen. Womöglich trifft er auf jemanden, der noch größere Kräfte als er besitzt. Das wird ihn eifersüchtig und noch unglücklicher machen. Der bessere Okkultist (siddha) kann jemanden treffen, der noch besser ist als er, und so geht es weiter, bis einer kommt, der alles im Nu beiseite fegt. Dies ist der höchste Meister (siddha), und Er ist Gott oder das Selbst.
Worin besteht wahre Kraft? Darin, seinen Besitz zu vermehren oder Frieden zu bringen? Was Frieden bringt, ist die höchste Vollkommenheit (siddhi).«
F.: »Aber der europäische und amerikanische Durchschnittsmensch würde eine solche Haltung nicht anerkennen. Er will etwas zu sehen bekommen, durch Vorträge unterrichtet werden usw.«
M.: »Vorträge können die Menschen für einige Stunden unterhalten, ohne sie zu bessern. Schweigen ist dagegen dauerhaft und kommt der ganzen Menschheit zugute.«
F.: »Schweigen wird aber nicht verstanden.«
M.: »Das macht nichts. Mit Schweigen ist Beredsamkeit gemeint. Belehrungen mit Worten sind nicht so beredsam wie Schweigen. Schweigen ist dauerhafte Beredsamkeit. Der ursprüngliche Meister Dakshinamurti ist dafür das Vorbild. Er lehrte seine rishi-Schüler durch Schweigen.«
F.: »Aber Er hatte damals Schüler. Da war das in Ordnung. Jetzt ist es anders. Man muss sie aufsuchen, um ihnen zu helfen.«
M.: »Diese Ansicht ist ein Zeichen von Unwissenheit. Die Kraft, die dich erschaffen hat, hat auch die Welt erschaffen. Wenn sie sich um dich kümmern kann, dann kann sie sich auch um die Welt kümmern.«
F.: »Wie denkt Bhagavan über die verlorene Seelen, von denen Jesus Christus sprach?«
M.: »Überlege, was verloren gehen kann. Gibt es überhaupt etwas zu verlieren? Was zählt, ist nur das, was natürlich ist. Es muss ewig sein und kann nicht erfahren werden. Was geboren wurde, muss sterben. Was erlangt wurde, muss verloren gehen. Aber wurdest du geboren? Du existierst immer. Das Selbst kann niemals verloren gehen.«
F.: »Buddha rät zum achtfachen Weg als dem besten, damit niemand verloren gehen möge.«
M.: »Ja. Er wird von den Hindus Raja Yoga genannt
F.: »Ist es für einen spirituell Suchenden ratsam, Yoga zu üben?«
M.: »Yoga hilft, den Geist zu kontrollieren.«
F.: »Führt Yoga nicht zu okkulten Kräften (siddhis), die gefährlich sein sollen.«
M.: »Du hast deine Frage auf den spirituell Suchenden bezogen. Du hast also nicht den, der nach okkulten Kräften (siddhis) sucht, gemeint.«

Talk 19, 29.1.1935

Herr Grant Duff fragte: »Wo sind Erinnerung und Vergessen lokalisiert?«
Maharshi: »Im Geist (chitta).«

Talk 18, 26.1.1935

Herr Evans-Wentz fragte: »Es gibt Yogis, die okkulte Kräfte besitzen. Wie denkt der Maharshi darüber?«
M.: »Die Kräfte sind vom Hörensagen oder durch Zurschaustellung bekannt. Folglich existieren sie nur im Bereich des Geistes.«
F.: »Herr Brunton erwähnte einen Yogi in Madras, der mit seinem Meister im Himalaya auf übersinnliche Weise Verbindung haben soll.«
M.: »Das ist nicht erstaunlicher als Telepathie, also nichts Besonderes. Telepathie kann es nicht ohne den Hörenden geben und in die Ferne sehen nicht ohne den Sehenden. Worin besteht der Unterschied zwischen dem Hören aus der Ferne oder aus der Nähe? Nur der Hörende ist von Bedeutung. Ohne ihn kann es kein Hören geben und ohne den Sehenden kein Sehen.«
F.: »Du willst also, dass ich das Subjekt beachte und nicht das Objekt.«
M.: »Subjekt und Objekt entstehen erst, nachdem der Geist aufgetaucht ist. Sie sind im Geist, genauso wie die okkulten Kräfte.«
F.: »Kann man die Erscheinung des Lichtes (jothi) auf dem Arunachala sehen?«
M.: »Ja.«
F.: »Hat der Besuch heiliger Orte wie des Berges Kailash, Benares usw. eine psychische Wirkung?«
M.: »Ja.«
F.: »Ist es von Vorteil, wenn man in Benares stirbt?«
M.: »Ja. Die Bedeutung wird klar, wenn man versteht, was das wirkliche Benares und das wirkliche Sterben ist.«
F.: »Meinst du damit, dass sie im Selbst sind?«
M.: »Ja.«
F.: »Es gibt sechs Zentren im Körper und ihnen entsprechende Zentren in der Welt.«
M.: »Ja. Was in der Welt ist, ist auch im Körper, und was im Körper ist, ist auch in der Welt.«
F.: »Ist die Heiligkeit von Benares Glaubenssache, oder entspricht sie auch objektiv der Wirklichkeit?«
M.: »Beides.«
F.: »Manche Leute werden vom einen Pilgerort angezogen, andere von einem anderen. Hängt das von ihrer Veranlagung ab?«
M.: »Ja. Denke nur daran, dass ihr euch alle hier versammelt habt, obwohl ihr in verschiedenen Städten geboren worden seid und in verschiedenen Ländern lebt. Welche Kraft hat euch hierher gezogen? Wenn ihr das versteht, versteht ihr auch die andere Kraft.«